Musikbusiness Basics: Sampling, Cover, Bearbeitung, Remix


In unserem kostenlosen eBooklet “Musikbusiness Basics” beschäftigen wir uns mit den wichtigsten Rechten, Verträgen und Playern in der Musikwirtschaft. Eine Frage, die immer wieder auftaucht: Ist es eigentlich erlaubt, einen Remix oder eine Coverversion zu veröffentlichen?

Musikbusiness BasicsRechtlich unterscheidet man zwischen den Begriffen Sampling, Cover, Bearbeitung und Remix.

Beim Sampling werden Teile einer ausproduzierten, veröffentlichten Aufnahme in einem anderen Song verwendet. Und hier gilt: Ab der ersten Sekunde “Soundschnipsel” muss man den Inhaber des Masterrechts um Erlaubnis fragen, also eine Lizenz einholen. Auch die Urheber muss man um Zustimmung bitten. Werden Ausschnitte originalgetreu “nachgespielt” und nicht das fertige Master verwendet, ist nur die Genehmigung des Urhebers bzw. seines Verlages notwendig. Das Masterrecht ist davon nicht betroffen.

Bei einem echten Cover bleiben Struktur und Melodie des Songs erhalten, das Original wird nur wiedergegeben. So ein Cover darf ohne Genehmigung des Urhebers (bzw. dessen Verlages) veröffentlicht werden, weil die GEMA die Rechte hierfür einräumen muss. Wichtig ist aber, dass die Urheberrechtsangaben z.B. im Booklet und bei der GEMA-Anmeldung korrekt gemacht werden, damit die Urheber ihren verdienten Anteil am Gewinn über die GEMA erhalten.

Kurioser Praxisfall: 2004 war “Dragostea din tei” in den Charts auf Platz 1 und 2 gleichzeitig! Die Band O-Zone (Original-Fassung) konnte der Band Haiducii nicht untersagen, den Song genau gleich aufzunehmen und zu veröffentlichen.

Wird ein Originalsong wahrnehmbar verändert (“unechtes Cover”, Taktänderung, Harmonieänderung, Textänderung, Übersetzung etc.), ist das rechtlich eine Bearbeitung, für die nach dem UrhG die Zustimmung des Urhebers (bzw. des Verlags) notwendig ist.

Rechtstipp: Wer einen bearbeiteten Song veröffentlichen will, sollte VORHER die Zustimmung einholen. Sind mehrere Verlage beteiligt, gibt es meist einen Hauptansprechpartner. Und auch wenn es mühsam ist – es ist besser Genehmigungen einzuholen und nicht “teuren Ärger” zu riskieren.

Bei einem Remix wird die fertig produzierte Tonspur (Master) verwendet, um diese Tonspur dann zu verändern. Hier wird also nicht nur (wie beim unechten Cover) der Song verändert, sondern auch das Master genutzt. Deswegen sollte ein Remixer, der seinen Mix veröffentlichen will, die Urheber bzw. deren Verlage und den Inhaber des Masterrechts um Erlaubnis fragen.


Der Artikel ist ein Ausschnitt aus unserem kostenlosen eBooklet “Musikbusiness Basics”. 

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