Musikmarketing mit Google AdWords und Facebook Ads


Musikmarketing FacebookUnternehmen schalten gezielt Werbung auf Facebook und Google. Von A wie Adidas bis Z wie Zalando. Aber wie sieht es mit Musikern aus? Von A wie Alex Amsterdam bis Z wie ZZ Top?

Wer an Selbstvermarktung in der Musik denkt, hat nicht unbedingt Google AdWords oder Facebook Ads vor Augen. Fakt ist aber: In den sozialen Netzwerken werben vermehrt auch Labels für ihre Künstler und deren Releases. Ticket-Unternehmen nutzen Google-, YouTube- oder Facebook Ads, um den Kartenverkauf anzukurbeln.

Aber Hand aufs Herz: Wer hat schon mal darüber nachgedacht, gezielt Werbung für die eigene Kapelle bei Google oder Facebook zu schalten? Wir erklären, was entsprechende Kampagnen grundsätzlich leisten können und wie das Ganze überhaupt funktioniert.

 

Wozu das Ganze?

Sicherlich lässt sich Musik am besten im Radio, auf Musikwebsites oder in Musikmagazinen vermarkten. Allerdings ist der Weg in viele dieser Kanäle besonders für Newcomer oft steinig und schwer.

Ein Großteil der (potentiellen) Fans nutzt dagegen Facebook und Google (bzw. YouTube). Gleichzeitig kann dort jeder Werbung schalten. Eigene Kampagnen anzulegen ist denkbar einfach. Und die Buchungen sind verhältnismäßig günstig. Darüber hinaus können sowohl auf Facebook als auch im Google Netzwerk Anzeigen für genau definierte Zielgruppen geschaltet werden.

Zugegeben: Etwas Budget muss man dabei natürlich in die Hand nehmen. Allerdings kann man schon für 50 oder 100 Euro Werbung für ein neues Album, eine spezielle Aktion oder eine Merchandise-Kampagne  machen, die einen Effekt mit sich bringt. Wer sein Geld ohnehin mit Auftragsmusik verdient, in einer Hochzeitsband spielt oder ein konkretes musikalisches Konzept an den Mann bringen will, hat über die digitale Anzeigenschaltung eine realistische Möglichkeit, permanent neue Kunden zu gewinnen.

 


Facebook Ads

facebookadsFangen wir mit dem einfacheren System an. Über den Nutzen von Facebook und die werbliche Auswertung lässt sich streiten. Fakt ist aber, dass sich das Netzwerk gut dazu eignet, (potentielle) Fans anzusprechen und Aufmerksamkeit für die eigene Band oder ein aktuelles Projekt zu wecken. Am Besten funktioniert das unbestreitbar über virale Kampagnen (aber wer zaubert schon auf die Schnelle eine solche aus dem Hut). Einfacher und schneller klappt es über Facebook Ads

Wie geht’s?

Ihr habt einen Facebook-Account? Dann könnt ihr über den “Werbeanzeigenmanager” auch Anzeigen im sozialen Netzwerk schalten. Wer diesen zum ersten Mal nutzt, wird überrascht sein, wie exakt er damit die Zielgruppe der eigenen Werbeanzeige bestimmen kann.

Ein Beispiel: Ihr macht Musik im Stil von Kettcar. Dann könnt ihr im konkreten Fall festlegen, dass nur diejenigen Nutzer eure Anzeige sehen sollen, die aus Deutschland kommen, zwischen 18 und 45 Jahre alt sind, “deutsche Musik”, “Kettcar” und “Tomte” mögen. Wenn ihr dagegen auf die “breite Masse” setzen wollt, lässt sich diese enge Zielgruppe natürlich noch erweitern, indem ihr bspw. Fans von “Indie-Musik” oder spezifischen Musikportalen, Anbietern oder Marken mit einschließt, keine Altersbeschränkung setzt oder gar sehr generische Begriffe wie “Musik” bei den Interessen einfügt. Damit sorgt ihr allerdings auch dafür, dass mehr Leute eure Werbung zu sehen bekommen, die sich nicht dafür interessieren und sie schlichtweg missachten.

Grundsätzlich unterscheidet Facebook zwischen Anzeigen in der rechten Spalte und Beitrag-Ads im Newsfeed (also “Sponsored Posts”), die kommentiert, geteilt oder mit “Gefällt mir” versehen werden können. Studien zufolge funktionieren die Newsfeed-Ads besser, da sie für die mobile Nutzung ausgelegt sind und Facebook inzwischen überwiegend auf dem Smartphone und Tablet abgerufen wird. Außerdem haben sie ein höheres virales Potential. Nachteil: Das Kommentieren und Bewerten von Anzeigen birgt auch die Gefahr, dass Nutzer, denen eure Musik oder euer Angebot missfällt, genau dies kundtun. Davon sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen!

Wichtig in Bezug auf eine erfolgreiche Facebook-Kampagne ist vor allem eure Zielsetzung: Wollt ihr mit den Anzeigen auf eine externe Seite (z.B. eure Bandhomepage, ein Video, eine Crowdfunding-Plattform oder euer Release bei iTunes) verlinken oder doch lieber auf eure Facebook-Fanpage? Wollt ihr die “Gefällt mir“-Angaben eurer Seite steigern oder einfach nur Aufmerksamkeit erzeugen, indem möglichst viele Menschen eure Anzeige sehen? Das ist letztlich auch für die Kosten eurer Kampagne ausschlaggebend.

Was kosten Facebook Ads

Ein Vorteil von Facebook ist zweifellos, dass hier auch Kampagnen mit geringen Budgets möglich sind. Ein vergleichsweise niedriges Tagesbudget von etwa fünf Euro kann schon einiges bewirken (vorausgesetzt: der Inhalt überzeugt). 

Anzeigen lassen sich auf Cost-per-Click-Basis (CPC) schalten. Ihr könnt entweder selbst festlegen, wie hoch dieser CPC sein soll oder die Optimierung Facebook selbst überlassen. Ihr könnt eine Kampagne auch nach “Gefällt mir“-Angaben optimieren, nach Interaktionen mit einem Beitrag oder nach Impressions (Wie oft wurde eure Anzeige ausgeliefert?). Etwas komplizierter ist die Ausrichtung nach Conversions (wenn die User also eine konkrete Handlung nach Klick durchführen sollen, bspw. ein Ticket oder Album auf eurer Website kaufen oder sich über ein Formular für den Newsletter registrieren sollen).

Ein Beispiel

Ihr habt ein neues Album veröffentlicht. Seit Kurzem kann man die Platte bei Spotify hören und bei iTunes kaufen? Verfasst also einen Beitrag auf eurer Facebook Fanpage, bindet ein möglichst ansprechendes Bild ein (z.B. das Albumcover oder ein aussagekräftiges Künstlerbild) und fügt einen ansprechenden Beschreibungstext hinzu. Über Kurzlinks (siehe bspw. Bitly) verweist ihr im Text auf Spotify (hören!) und iTunes (kaufen!). Mit dem Posting auf eurer Seite erreicht ihr diejenigen, die bereits Fans eurer Seite sind und weist sie auf das neue Release hin. Mit einer gezielten Bewerbung des Beitrags über den Werbeanzeigenmanager richtet ihr euch an potentielle neue Fans und streut die Nachricht! 

 


 

Google AdWords

Google AdWordsBei Google selbst sind Werbeschaltungen von Bands und Labels (etwa für das neue Album) bislang eher die Ausnahme. Stattdessen werben dort Anbieter, die eine “dauerhafte Leistung” anbieten: Ticket-Services, Hochzeits- und Auftragsmusiker oder etwa Tonstudios. Das liegt sicher auch daran, dass es schwierig ist, passende Keywords für eine Band zu definieren und Künstler selbst selten langfristig laufende Kampagnen umsetzen (sondern stattdessen spezifische Aktionen, neue Releases oder Touren bewerben).

Google AdWords ist allerdings nicht nur dazu da, Suchmaschinen-Werbung auf google.de zu platzieren. Zusätzlich lassen sich über das Angebot auch Ads im Google Netzwerk und somit auf zahlreichen Websites, auf YouTube und mobile Anzeigen buchen.

Wie geht’s?

Aller Anfang ist einfach. Ihr braucht nicht mehr als einen kostenlosen Google Account, um euch für das AdWords-Programm anzumelden. Google selbst gibt Starthilfe und erklärt auf der Seite, wie man Kampagnen grundsätzlich anlegt, wie ein Gebot zustande kommt und wie man passende Keywords definiert. Ein telefonischer Support steht grundsätzlich zur Verfügung. 

Was kostet Google Adwords?

Kommt darauf an. Denn die Kosten basieren auf einen Cost-Per-Click-System (CPS) und variieren je nach Keyword. Außerdem hängt die konkrete Zahlung mit den generierten Klicks zusammen. Beliebte Keywords (wie bspw. “Schlüsseldienst”) sind teuer, da viele Anbieter darum buhlen, ihre Anzeige bei entsprechendem Suchergebnis darzustellen. Ein einziger Klick auf den Anzeigenlink kann hier durchaus mehrere Euro Wert sein.

Grundsätzlich fallen nur dann Kosten an, wenn überhaupt auf eine Anzeige geklickt wird. Zusätzlich schwankt der CPC, je nachdem, wie viele Konkurrenten auf ein Keyword bieten. Man sollte sich also genau überlegen, welche Keywords im Zusammenhang mit der eigenen Musik und Kapelle stehen und gleichzeitig auch noch möglichst wenig Konkurrenzpotential bieten. Entsprechend dem Motto: “Wenn Sie sich für Band XY interessieren, könnte auch meine Musik das Richtige für Sie sein.”

Festgelegt wird bei AdWords ein Tagesbudget – gehen wir beispielhaft von 10 Euro und einem maximalen CPC von 50 Cent aus. Auf Basis der konkreten Schaltungen errechnet Google daraus den durchschnittlichen CPC und nennt die Anzahl an Klicks in einem ausgewählten Zeitraum.

Kampagnen, Keywords, Anzeigen; Häh?

Die kleinste Einheit bei AdWords ist ein Keyword: ein Wort oder kurzer Satz. Tippt ein User ihn bei Google ein oder findet sich der Begriff in einem Artikel auf einer Website im Google Ad-Programm, wird die passende Text-, Bild- oder Videoanzeige ausgespielt. Bei der Suche nach geeigneten Keywords hilft der Keyword Planner von Google.

Über dem Keyword steht die Anzeigengruppe. Sie fasst verschiedene Keywords zusammen. Eine Anzeigengruppe könnte also zum Beispiel “Bands” lauten und die Namen aller Bands enthalten, die ähnlich klingen wie die eigene Combo. Sie könnte außerdem “Stilistiken” heißen und sämtliche Musikrichtungen beinhalten, die zu den Tracks eines Künstlers passen. 

Pro Anzeigengruppe lassen sich spezifische Anzeigen einstellen. Sucht also ein User bspw. nach dem Keyword “Britpop Bands”, so könnte man ihm eine Anzeige darstellen “Du interessierst dich für Britpop? Hör dir das neue Album XY von Band XY an!” und auf die eigene Website verweisen.

Interessant wird Google AdWords zweifellos für Bands, die eine konkrete Leistung anbieten: bspw. Hochzeits-Combos oder Film- und Werbemusiker. Stellen wir uns vor, ein User tippt bei Google “Suche Band für Hochzeit”, oder “Hochzeitsband in Hamburg” ein und erhält eine passgenaue Anzeige, die zu diesem Eingabewunsch passt. Entsprechend findet der Kunde den Anbieter.

Zielgenaue Schaltung

Anzeigen und Keywords lassen sich geobasiert ausliefern. Die Einschränkung auf ein bestimmtes Gebiet macht auch deshalb Sinn, weil damit die Anzahl der Mitbieter verringert wird.

Google selbst bestimmt die “Relevanz” einer Anzeige und macht auch davon abhängig, wie eine Anzeige ausgeliefert wird (hier greift der sogenannte “Qualitätsfaktor“. Findet sich auf der Website das Wort “gemafrei” nicht, ein Anbieter wirbt aber für gemafreie Musik, stuft Google die Qualität des Keywords automatisch herunter. Es lohnt sich daher, für die Google Kampagne eine eigene kleine Landingpage bspw. auf der eigenen Website anzulegen und diese mit passenden Keywords zu versehen.

 


Ihr habt bereits Facebook- oder Google-Kampagnen für eure Band geschaltet? Dann freuen wir uns über Kommentare und eine Einschätzung, welche Erfahrungen ihr dabei gesammelt habt!

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