Musikpromotion 2.0. Ein Interview mit Jonathan von meinplattenvertrag.de

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Das Album ist im Kasten. Die Entscheidung über einen passenden Vertrieb steht. Nun geht es ans Eingemachte: die Promotion. Aber wie tritt man eigentlich an die Medienpartner heran? Welche Möglichkeiten gibt es, die eigene Musik bekannter zu machen? Und was sollte man dabei beachten? Wir haben mit einem gesprochen, der es wissen muss: Jonathan Bouchard ist Gründer des Musikpromotion-Startups meinplattenvertrag.de. Und ein Experte, wenn es um die Vermarktung von Songs geht…

 

 

Ich will meine Musik promoten: Welche Möglichkeiten gibt es?

Jonathan BouchardSehr viele. Aber zunächst solltest du dir im Klaren darüber sein, welche Zielgruppe (welche Fans genau) du erreichen möchtest, über welche Kanäle du diese erreichen kannst, welchen Aufwand (egal ob Zeit oder Geld) du bereit bist zu betreiben und welche (realistischen) Ziele deine Promotion-Kampagne erreichen soll. Zu den Basics gehören aber sicherlich eine top gepflegte und moderne Webseite sowie aktuelle Social Media Profile und sinnvolle – für die Fans/Leser – interessante Inhalte.

 

Was kann ein Künstler aus deiner Sicht selbst machen und wobei sollte er sich Unterstützung holen?

Jonathan BouchardDas hängt natürlich stark von den Fähigkeiten und dem Fleiß der einzelnen Bandmitglieder ab. Wenn in deiner Band (oder im Freundeskreis) Leute sind, die dies und jenes können, dann macht es ruhig selbst. Ich kenne zahlreiche Profi-Bands die alles selbst machen und ich kenne Profi-Bands, die (außer der Musik) nichts selbst machen und „externe Dienstleister“ für die Presse-Promotion wie uns engagieren, oder Dienstleister für den digitalen Vertrieb wie Zimbalam. Generell würde ich sagen, dass Künstler so lange alles selbst machen sollten, wie es geht. Die Lernkurve ist dabei auch am steilsten und du lernst dabei eine Menge über das Business an sich. Das selbst erlernte Know-How ist besonders dann sehr hilfreich, wenn es darum geht, einen geeigneten externen Dienstleister auszuwählen und zu „prüfen“, wenn man diese Aufgaben einmal abgeben möchte.

 

Radio, Print, Online? Oder am besten gleich alles auf einmal? Wie findet man den richtigen Kanal?

Jonathan BouchardIm Falle einer Promotion mit meinplattenvertrag.de kann ich nur empfehlen, alle auf einmal zu bemustern. Da wir ohnehin „nur“ digital bemustern macht es faktisch keinen Unterschied, ob wir nur ein Medium anschreiben oder alle gleichzeitig. Besonders bei der Radio Promotion gibt es zahlreiche „Newcomer orientierte“ Formate, die ständig nach neuen Talenten suchen. In der Praxis werden die jeweiligen Kanäle von unseren Promotion Managern nach Genre gefiltert – so stellen wir sicher, dass auch nur diejenigen Redaktionen bemustert werden, die sich für deine Musik interessieren. Wenn du natürlich traditionell per Post bemusterst und nicht viel fürs Porto ausgeben kannst/willst, würde ich Newcomern eher dazu raten, lokale Redaktionen zu bemustern. Da hat man einfach bessere Chancen und so eine Art „Regio-Bonus“. Und evtl. kannst du dein Promo-Paket auch persönlich abgeben.

 

Welche Themen eigenen sich besonders gut für die Promo?

Jonathan BouchardEs liegt in der Natur der Presse, dass sie nur über Aktuelles berichtet. Es gibt da diesen Spruch: „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“. Themen die sich also „besonders gut“ eignen, sind generell immer aktuelle. Dabei spielt es keine große Rolle, ob es eine Neuerscheinung (Release) oder bevorstehende Tourneen sind. Gewinnspiele oder Verlosungen (für z.B. Tickets oder von der Band signierte CDs) kommen meist auch gut an.

 

Wie spricht man die „Medienpartner“ an? Was muss in einer Pressemeldung stehen?

Jonathan BouchardPR und Medienpartner sind zwei unterschiedliche Ansprechpartner. Während es bei Medienpartnerschaften meist um Werbung oder Sponsoring geht, ist PR als „Lieferant“ redaktioneller Inhalte zu verstehen. Bei der Ansprache von Medienpartnern (auch bei Labels) sollte man immer darauf achten, für den Partner einen Mehrwert zu bieten. Soll der lokale Sender dein Konzert sponsern? Dann zeig dem Sender, was er davon hat (bspw. potentielle Hörer, Presse, Logo auf Flyern etc.). Bei Pressemitteilungen ist es wichtig, attraktiven und aktuellen Content zu liefern.

 

Wie wirkt sich eurer Erfahrung nach klassische Promotion auf die Bekanntheit und Verkäufe eines Künstler aus?

Jonathan BouchardGute Frage. Ich glaube, man kann schon sagen, dass – wenn du ein Release nicht aktiv bewirbst – auch keine oder nur wenige Einheiten verkauft werden. Das Gleiche gilt für die Bekanntheitssteigerung:  Woher sollen potentielle Fans auch von dir erfahren, wenn du es nicht kommunizierst.

 

Für wen habt ihr bereits erfolgreich Kampagnen umgesetzt?

Jonathan BouchardIn meiner Münchener Musikagentur (Sync´n Pepper) arbeiteten wir vorwiegend mit dem Label EMI Music zusammen und promoteten deren Künstler, um sie in TV-Spots, auf Compilations und bei Markenfirmen zu platzieren. Die Palette reichte dabei von Katy Perry bis Iron Maiden. Mit meinplattenvertrag.de sind wir im August erst ganz frisch gestartet. Frag mich das also gerne in einem Jahr nochmal…

 

Vielen Dank für das Interview!

 


Jonathan BouchardJonathan Bouchard ist Gründer des Musikpromotion Startups meinplattenvertrag.de. Er lebt seit 2011 in Berlin, kam im Rahmen eines Musikproduktionsjobs bei “The Voice of Germany” in die Hauptstadt. Als freiberuflicher A&R und Musikunternehmer arbeitete er bereits für verschiedene Künstler, Plattenfirmen (darunter BMG Rights Management, Universal Music und EMI Music) und Produzenten (wie Franz Plasa und Klaus Knapp).

Erst vor wenigen Monaten, im August 2013, gründete er meinplattenvertrag.de als Teilnehmer der Berliner Startup Games, einem 4-wöchigen „Gründer-Wettkampf“, den er in gleich zwei Kategorien gewann.

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