Tutorial: Sechs Schritte zum perfekten Promotext


In unserer Tutorial-Reihe helfen wir Euch mit nützlichen Tipps und Tricks durch den Band-Alltag.

Heute: Wie schreibe ich einen Promotext für meine Band?

Der Promotext ist dazu da, die eigene Musik und Formation kurz und knackig zu beschreiben und die Neugier bei den Adressaten zu wecken…

 

Vorüberlegungen

“Ich schreib einfach mal drauf los!”

Zunächst einmal solltet Ihr Euch genau überlegen, wozu der Promotext da ist: Er soll “verkaufen”!

Ihr nutzt ihn auf Eurer Website, auf Facebook oder im Direktkontakt mit Bookern, Konzertveranstaltern usw. Häufig wird der Promotext aber auch unmittelbar in eine Mail eingebunden. Ihr alle kennt sicher den Satz: “Schick mal eben eine Bandbio von Euch rüber für unseren Flyer / Programm / Beitrag.”

Als Band solltet Ihr hierfür frühstmöglich eine eigene Promomappe (Pressemappe) zusammenstellen – also sozusagen Euren Promotext in ansprechender Verpackung.

Viele – besonders kleinere Medien – übernehmen zudem (oft aus Zeitmangel) Eure Formulierungen eins zu eins. Auch deshalb ist es wichtig, dass der Text nicht nur interessant und unterhaltsam ist, sondern auch das gewisse Etwas hat.

 

Sprache

“In ihrer Musik spiegelt sich die Diversität der verschiedenen Charaktere wider.”

Wählt in jedem Fall die Sprache Eures Zielpublikums. Es macht keinen Sinn, einen förmlichen Text zu verfassen, wenn Ihr eigentlich Deutsch-HipHop für eine junge Zielgruppe macht. Eure Worte sollten ehrlich und authentisch sein!

Schreibt den Text aus neutraler Sicht! Ein “Wir kommen aus Hamburg” ist zwar nicht falsch, aber wenn möglich, vermeidet die “Wir”- oder “Ich”-Perspektive.

Wenn Ihr aus Deutschland stammt und deutsche Presse oder Partner ansprechen wollt, benötigt Ihr keinen englischen Promotext. Wollt Ihr international durchstarten und Eure Musik von Anfang an auch in anderen Ländern verkaufen und vermarkten, so macht es Sinn, eine internationale Textfassung zu erstellen.

 

Die nackten Fakten: In sechs Schritten zum perfekten Promotext

Folgende „Basisinfos“ sollte Euer Promotext beinhalten:

> Band-  / Künstlername

> Herkunftsort

> Band-Mitglieder / Formation

> Stilrichtung

> Bandhistorie (Bandgründung und -entwicklung, Erfolge etc.)

 

Folgende Infos solltet Ihr zusätzlich aufnehmen. Am Besten unterhalb des Fließtextes:

> Genaue Besetzung (Name und Instrument)

> Diskographie (sofern es sich nicht um das erste Album / die erste EP handelt)

> Bisherige Pressestimmen (falls vorhanden)

> Konzertübersicht inkl. bereits gespielte und bevorstehende Konzerte

> Ansprechpartner (für Booking, Presse usw. Dabei kann es sich sowohl um ein Bandmitglied als auch um einen Kontakt beim Label oder einen Manager handeln)

> Kanäle (Homepage, Facebook, Twitter etc.)

 

Los geht’s:

1. Fakten zusammenfassen

Schreibt zunächst einen einfachen und möglichst kurzen Text (ca. 10 Sätze), der alle wesentlichen Fakten (s.o.) enthält. Schaut Euch den Text anschließend genau an und kürzt, wo zu kürzen ist.

 

2. Der rote Faden – oder – eigene Qualitäten in den Fokus stellen

Nun geht es um den berühmten roten Faden. Häufig klingen Bandtexte gleich oder zumindest sehr ähnlich. Ziel ist es aber, mit dem eigenen Text herauszustechen, Neugier zu wecken und die eigene Musik gleichzeitig so positiv wie möglich darzustellen.

Gebt Eurem Promotext ein Konzept!

Versucht Euch vorzustellen, was für einen Fan oder den „neutralen Leser“ an Eurer Band spannend sein könnte. Das kann der Herkunftsort, aber auch die Stilistik oder ein skurriler Fakt aus der Bandhistorie sein. Vielleicht macht es auch Sinn, den eigenen Bandnamen in den Vordergrund zu stellen. Denn sicher habt Ihr Euch viele Gedanken bei der Wahl gemacht. Bandnamen können auch geeignet sein, um ein „Konzept“ für einen Bandtext vorzugeben.

3. Der erste Satz

“XY kommen aus Berlin und machen Rock-Musik.”

Besonders feilen solltet Ihr am ersten Satz. Ihr wisst selbst, dass man nur dann weiterliest, wenn man bereits von Anfang an „eingefangen“ wird. Der Start in den Text sollte also die Neugier der Leser wecken, mehr über die Band und ihre Musik zu erfahren. Hier bietet sich ein kurioser Fakt aus der Bandhistorie an. Aber auch ein besonderes Zitat aus der Presse oder von bekannten Musikerkollegen (falls vorhanden).

 

4. Selbstkritischer Check

Der Text ist fertig. Nun beginnt die Korrekturphase.

Zunächst inhaltlich: Liest sich der Text gut? Ist er spannend geschrieben? Enthält er einen roten Faden. Animiert er zum Weiterlesen und -hören? Falls nicht: Nochmal ran!

 

5. Lass Dich von einer „neutralen Person“ beraten.

Wählt dabei besser nicht die eigenen Eltern, Freunde oder Fans, sondern jemanden, der im Zweifel gar nicht weiß, dass es um einen Text für Eure eigene Band geht. Schlüsselfrage: „Wie findest Du den Text und hättest Du Lust, Dir diese Musik mal anzuhören, wenn Du das liest?“

Anhand der Fragen, die Eure “neutrale Person” stellt, findet Ihr auch heraus, ob Ihr alle relevanten Infos im Text integriert habt.

 

6. Lass Deinen Text von einem Deutsch-Profi Korrekturlesen!

“Rehctschreibung ist nict jeder Manns Sache.”

Wer nicht selbst ein Deutsch-As ist, hat zumindest im Bekanntenkreis einen Experten, der den Bandtext noch einmal im Detail durchchecken kann. Auch einzelne Formulierungen können so noch einmal überarbeitet werden.

Fertig? Fehlen also nur noch passende Bandfotos…

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